Werner-Otto-Preis 2026
Gewinner: Autismus Hamburg e.V. (15.000 Euro Preisgeld)
Mit seinem Angebot „Rugby für autistische Kinder“ ermöglicht Autismus Hamburg e.V. Kindern die Möglichkeit zur Entfaltung und Teilhabe. Das Angebot richtet sich an Kinder mit Autismus zwischen acht und zwölf Jahren, die darüber einen spielerischen und spaßorientierten Einstieg in den Rugbysport finden. Viele der Kinder erleben zum ersten Mal Gruppenerfahrungen ohne Angst, Ausschluss und Mobbing. Ein klar strukturierter Trainingsablauf gibt den Teilnehmenden Sicherheit, Orientierung und Selbstvertrauen. Das Trainerteam begleitet die Kinder mit großer Sensibilität und Professionalität. Einige Kinder, die zuvor längere Zeit nicht zur Schule gehen konnten, fanden durch das gestärkte Selbstvertrauen den Weg zurück in den Unterricht. Geschwisterkinder sind willkommen, neue Interessierte können jederzeit zu Schnuppertrainings kommen. Das Preisgeld ermöglicht die Sicherung der Trainingsgruppe und Gründung einer zweiten.
Anerkennung: Brücken für Kinder e.V. (5.000 Euro Preisgeld)
Brücken für Kinder e.V. motiviert Menschen mit mentaler Beeinträchtigung auf niedrigschwellige Weise zur Teilnahme am HafenCity Run. Dabei geht es um das Gemeinschaftserlebnis: Gelaufen wird in kleinen Gruppen ohne Zeitmessung auf einer barrierefreien Strecke. Alle Finisher erhalten Anerkennung und Wertschätzung. In diesem Jahr ist eine Erweiterung auf 1.200 aktive Menschen mit Beeinträchtigung geplant, verteilt auf 20 inklusive Gruppen. Damit wird Inklusion zum Teil einer großen Laufveranstaltung. Bei einem After-Run-Angebot erhalten die Teilnehmenden fachliche Beratung zu gesunder Ernährung, Körperhygiene und zur Trainingssteuerung. Ziel ist der Übergang inklusiver Laufgruppen in Sportvereine sowie die Qualifizierung von Menschen mit Beeinträchtigung als unterstützende Laufkapitäne.
Anerkennung: SV Eidelstedt (5.000 Euro Preisgeld)
Das inklusive Schwimmangebot des SV Eidelstedt zeigt, wie Sport Menschen mit und ohne Beeinträchtigung und unterschiedlichen Fähigkeiten zusammenbringt. In sechs Schwimmgruppen, jede angeleitet von einem vierköpfigen Trainer- und Betreuerteam, lernen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen im eigenen Tempo das Schwimmen. Die Teilnehmenden erfahren nicht nur Wassergewöhnung und Bewegungsförderung, sondern verbessern auch ihre motorischen Fähigkeiten. Kinder mit und ohne Handicap treffen hier ganz selbstverständlich aufeinander, spielen, lernen und lachen gemeinsam. Kinder ohne Beeinträchtigung machen wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt. Kinder mit Beeinträchtigungen erfahren Anerkennung, Zugehörigkeit und Selbstvertrauen. Auch nach 14 Jahren wächst das Angebot weiter.
Anerkennung: SC Poppenbüttel (5.000 Euro Preisgeld)
Die Gehschule des SC Poppenbüttel begleitet Menschen mit Unter- oder Oberschenkelamputationen auf ihrem Weg zurück in den Alltag. Die Teilnehmenden lernen nicht nur, mit der Prothese sicher zu gehen, zu stehen oder Treppen zu steigen, sondern wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln und neue Lebensperspektiven zu entdecken. Das Angebot schließt eine wesentliche Lücke: Viele Menschen stehen nach Unfall und Reha plötzlich allein im Alltag – oft ohne Anleitung, wie sie ihre Prothese im täglichen Leben einsetzen. In den wöchentlichen, 90-minütigen Trainings werden Bewegungsabläufe schrittweise neu aufgebaut: Vom sicheren Stand bis zum Radfahren und gemeinsamen Schwimmbesuchen. Jede Woche stellt der Trainer die Teilnehmenden vor neue Situationen, in denen sie ihre Fähigkeiten erproben und Erfolgserlebnisse feiern. Herz des Projekts ist Trainer Hendrik Huse, der selbst seit Jahrzehnten mit einer Prothese lebt. Er ist nicht nur Trainer, sondern Vorbild und Partner. Das Angebot ebnet den Weg zurück in den Sport und viele Teilnehmende entdecken erstmals wieder Spaß an der Bewegung.
Gewinner: Autismus Hamburg e.V.
Anerkennung: Brücken für Kinder e.V.
Anerkennung: SV Eidelstedt
Anerkennung: SC Poppenbüttel