Werner-Otto-Preis 2017

Werner-Otto-Preis 2017

Das Regionale Bildungs- und Beratungszentrum (ReBBZ) in Wilhelmsburg ist der Gewinner des diesjährigen von der Alexander-Otto-Sportstiftung ausgelobten Werner-Otto-Preises im Hamburger Behindertensport. Eine Fachjury mit den Hamburger Paralympic-Siegerinnen Edina Müller und Dorothee Vieth zeichnete das ReBBZ für seinen additiven Schwimmunterricht aus. Der ganzjährige Schwimmunterricht richtet sich an lern-, sprach- und verhaltensauffällige Schülerinnen und Schülern von der Vorschule bis zur 4. Klasse. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro verbunden.

Anerkennungen verbunden mit Preisgeldern erhielten der Eimsbütteler TV für sein Aquaball-Angebot (5.000 €), die Turnerschaft Harburg für ihr Ju-Jutsu-Projekt (5.000 €) und Lebenshilfe Hamburg für das inklusive Hockeyteam „Die Hockies“ (5.000 €).

Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Senatsempfangs im Beisein von Sportstaatsrat Christoph Holstein, Mäzen Alexander Otto sowie rd. 100 Gästen aus Hamburgs Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur im Hamburger Rathaus statt. Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Werner-Otto-Preis wird seit 2011 durch die Alexander Otto Sportstiftung vergeben. Preiswürdig sind Projekte im Bereich des Behindertensports in Hamburg und der Metropolregion, die zur Inklusion und Förderung behinderter Menschen im Sport beitragen.

 

Gewinner: ReBBZ Wilhemsburg (15.000 Euro Preisgeld)

Das ReBBZ in Wilhelmsburg ermöglicht lern-, sprach- und verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern von der Vorschule bis zur Beendigung der vierten Klasse einen ganzjährigen Schwimmunterricht. Regelmäßig steuern die zweiten und vierten Klassen Ziele an der Nord- und Ostsee an, womit das Schwimmen auch elementarer Bestandteil von Klassenfahrten ist. Die Kinder haben aufgrund von Wahrnehmungsproblemen und Defiziten im Bewegungsapparat große Schwierigkeiten, das Schwimmen zu erlernen. Umso wichtiger sind das Motivationsgeschick und Engagement der Pädagogen. Sie bilden sich fort und viele lassen sich zusätzlich zu Schwimmlehrern ausbilden. Treibende Kraft dieser Initiative ist der ehemalige Gesamtleiter des ReBBZ Wilhelmsburg Wolfgang Maack. Vor mehr als 20 Jahren startete er dieses Schwimmprogramm in einem sozial schwachen Stadtteil. Im vergangenen Schuljahr legten 41 der 45 Schülerinnen und Schüler erfolgreich ihre Schwimmprüfungen ab. Dabei erreichten sie in der Regel das Schwimmabzeichen in Bronze oder Silber.

 

Anerkennung: Eimsbütteler TV (5.000 Euro Preisgeld)

Seit 2014 bietet der ETV Aquaball für Kinder und Jugendliche an und hat es im letzten Jahr auch für Flüchtlinge geöffnet. Aquaball ist eine verhältnismäßig junge Sportart, die sich sehr gut als inklusives Sportangebot eignet, weil Wasser Nachteile von Menschen mit Handicap egalisiert. Im gesamten norddeutschen Raum ist der ETV der einzige Sportverein, der Auqaball anbietet und das Team spielt als einziges inklusives Team auf der Champions-Tour um die Deutsche Meisterschaft.

Anerkennung: Turnerschaft Harburg von 1865 e.V. (5.000 Euro Preisgeld)

Die Turnerschaft Harburg hat über Jahrzehnte Know-how in der Sportart Ju-Jutsu gesammelt und diese 2015 als inklusives Sportangebot aufgenommen. Die Verantwortlichen entwickelten dabei mit einem Fotobuch ein wichtiges Hilfsmittel. Die Genialität liegt in seiner Einfachheit: Das Fotobuch zeigt anschaulich verschiedene Techniken und Übungen. Durch den Verzicht auf Texterklärungen bedarf es keiner Lese- oder Schreibfähigkeiten. Das Buch eignet sich sowohl für die Prüfungsvorbereitung als auch für selbstständige und gemeinschaftliche Trainingseinheiten. Den Trainingspartnern der Behinderten erleichtert das Buch zu verstehen, welche Übung der Behinderte trainieren möchte. Das optimiert nicht nur die Trainingsgestaltung, sondern fördert auch den Austausch und damit das soziale Miteinander.

Anerkennung: Lebenshilfe Hamburg e.V. – „DIE HOCKIES“ (5.000 Euro Preisgeld)

Bereits 1991 hat Lebenshilfe Hamburg gemeinsam mit dem Club an der Alster die inklusive Hockeymannschaft „DIE HOCKIES“ gegründet. Seit nunmehr über 25 Jahren ist Inklusion damit bei den HOCKIES gelebte Wirklichkeit. „Eine Mannschaft für ALLE“ ist dabei nicht nur ein Slogan, sondern eine Philosophie, die ganz pragmatisch gelebt wird: Das Regelwerk wird bei den HOCKIES individuell auf die Spieler abgestimmt, sodass niemand aufgrund seiner körperlichen oder geistigen Defizite benachteiligt oder ausgeschlossen wird. Das Trainerteam ist seit Gründung der HOCKIES noch immer dasselbe. Auch einige Aktive sind seit Gründung noch dabei und das Team hat bereits 30 Mal an den Special Olympics in Hamburg teilgenommen.

 

Werner-Otto-Preis 2011
Werner-Otto-Preis 2012
Werner-Otto-Preis 2013
Werner-Otto-Preis 2014
Werner-Otto-Preis 2015
Werner-Otto-Preis 2016

Werner-Otto-Preis 2017
Gewinner: ReBBZ Wilhelmsburg
Anerkennung: Eimsbütteler Turnverband
Anerkennung: Turnerschaft Harburg
Anerkennung: Lebenshilfe Hamburg